Dienstag, 24. Januar 2012

Der Wulff im Schafspelz - oder?

Aah - endlich!

Endlich meldet auch der Hobbyrevoluzzer sich in Sachen Affäre Wulff zu Worte.
Hat ja lange genug gedauert - wird der geneigte Leser sich jetzt sagen.

Ja, und das hat auch guten Grund.
Man kann ja mit vielen Sachen so seine Scherzchen treiben und sich über den allgemeinen Untergang des Abendlandes amüsieren - das Theater ist nun eh nicht mehr aufzuhalten. Doch bei Dingen, die so tiefgreifend wichtig sind, wie der Verrat an der Demokratie, der zur Zeit durch eine immer mehr ins absurde getriebene Vorführung der immerhin ersten Person dieses Landes vollführt wird, denke ich lieber erstmal nach. Und zwar gründlich...

Ein Wort vorweg:

Ich war lange kein Freund von Christian Wulff.
Seine Wahl zum Bundespräsidenten wäre nicht die meine gewesen.
Als Berufspolitiker, der als ehemaliger Ministerpräsident des Landes Niedersachsen tief verstrickt in die inzwischen sagenhafte "Hannover Connection" war, überrascht mich eigentlich, dass die jetzt gegen ihn erhobenen Vorwürfe von so harmloser Natur sind.
Einem ehemaligen Spezi von AWD Gründer Carsten Maschmeyer hätte ich doch ein wenig mehr kriminelle Energie zugetraut.

Ich bin aber auch ein Vertreter des Glaubens an Schillers Weisheit "Es wächst der Mensch mit seinen größeren Zielen" (heute gern mit der Zote "Die Leber wächst an ihren Aufgaben" kolportiert, was in meinen Augen mindestens die gleiche Wahrheit enthält).

Die Aufgabe des Bundespräsidenten ist in diesem Kontext dann eben halt doch eine ganz andere Nummer, als den Regierenden in einem Bundesland zu mimen.
Ich möchte kurz erläutern, wo für mich der Unterschied liegt:

Der Ministerpräsident eines Bundeslandes ist so etwas wie der Bundeskanzler für Arme.
Er regiert. Man könnte mit anderen Worten auch sagen, er macht Geschäfte. Seine Aufgabe ist es, zuzusehen, dass es dem Land nach Möglichkeit gut geht. Finanziell, vornehmlich. Dafür baut er Kontakte zu Industrie und Wirtschaft auf, die dann, bitte sehr, Arbeitsplätze schaffen und Gewerbesteuer abführen. Nur nicht zuviel halt. Desweiteren sorgt er für eine Zuwanderung an Arbeitskräften, die dann Kommunalsteuern abführen.
Für die wirtschaftlich Mächtigen ist er ein guter Freund, für die Staatsbürger eine Vaterfigur - und fertig ist die Kiste; die Wiederwahl ist garantiert, solange das geschieht was die Geldgeber in diesem Spiel geschehen lassen wollen.

Jeder, der mal Sim-City gespielt hat, kennt das.

Der Bundespräsident hat es da schwerer. Er muss Vaterfigur sein, darf aber nicht den besten Freund der Wirtschaft spielen - der Präsident hält nämlich in unserem Staate den Widerpart zum Kanzler: Er hat die Aufgabe, der Regierung und ihrem Handeln auf die Finger zu schauen.
So überraschend das für viele sein mag: Der Bundespräsident ist nicht nur gemäß des Kennzeichens seines Dienstwagen die Nummer eins des Staates (des Staatsvolkes), sondern hat diese Aufgabe - neben Männchen bauen für andere Präsidenten und Händeschütteln bei Staatsempfängen - tatsächlich inne.
Kein Gesetz, das im Parlament verabschiedet wird, erlangt ohne die Genehmigung des Bundespräsidenten Gültigkeit. Er entscheidet darüber, ist sozusagen die letzte, und oberste, Instanz.

So!

Christian Wulff also hat sich als Ministerpräsident das eine oder andere geleistet. Einen Privatkredit bei befreundeten Unternehmern, mal den einen oder anderen kostenfreien Urlaub im Haus von (Geschäfts-)Freunden, einen Amigo-Upgrade bei dem einen oder anderen Flug.

Das sind ja nun alles Dinge, die unter dem Aspekt der Schweinereien, die ein Herr Kohl, ein Gerhard Schröder, oder - um es mal ins Extreme zu treiben - ein Josef Strauss im Amte so gerissen haben - sagen wir mal - Kavaliersdelikte sind. Er hat sich nicht strafbar gemacht, und sich auch am Bürger keine goldene Nase verdient.

Hm...

Heinrich Lübke, der zweite deutsche Bundespräsident (1959 - 1969), war von 1937 bis 1945 Mitglied der NSDAP und hat als Bauleiter unter Hitlers Leib- und Magenarchitekt Albert Speer an fragwürdigen Objekten gearbeitet. Nach dem allgemeinen Zusammenbruch wechselte er dann zur CDU - was ich hier nicht weiter kommentieren möchte.
Heinrich Lübke war ein sehr beliebter Bundespräsident, über volle zwei Amtsperioden.

Der vierte deutsche Bundespräsident, Walter Scheel (1974 - 1979), hatte nicht das Glück, nicht nach seiner Vergangenheit befragt zu werden. Also log er über seine Mitgliedschaft in der Partei der Nationalsozialisten. Aber nicht darüber stolperte er in der Folge seiner Amtszeit - nein, er scheiterte daran, dass er sich weigerte, ein Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung für Wehrdienstverweigerer zu unterschreiben. Infolge der sich daraufhin ändernden Mehrheitsverhältnisse zu seinen Ungunsten, verzichtete er wohlweislich auf eine weitere Kandidatur.

Damals hat sich die "Bild" - ja, die gab es da schon - nicht beschwert, das ehemalige Nazis den obersten Posten des Landes belegen. Gut, fraglich ist, ob sie das heute tun würde.
Kommunisten, das wär natürlich was anderes...

Was hat Wulff denn nun getan, was schlimmer wiegt als ungeklärte Korruptionsfälle der Regierung Kohl, als Seilschaften mit russischen Investoren à la Schröder, schlimmer sogar als ehemals "Sieg Heil" schreiende Vorgänger - und schlimmer noch, als Kommunist zu sein?

Er wurde unbequem!

24. August 2011.
Christian Wulff, der Kronprinz Angela Merkels - ihr absoluter Wunschkandidat - hält eine Rede anlässlich der vierten Tagung der Wirtschaftsnobelpreisträger. Entsetzt nimmt die deutsche Politik folgendes zur Kenntniss:

Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir sagen "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt".
Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig:
"Wer rettet am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt?"
(Zitat Christian Wulff 24.08.2011)

Schockschwerenot!
Der Bundespräsident redet davon - als die Bundesregierung behauptet die Krise sei unter Kontrolle - das überhaupt nichts unter Kontrolle ist und stellt die Fragen, die jedem normal denkenden Menschen im Kopfe herumgehen.

Das muss wohl der auslösende Punkt gewesen sein, den Bundespräsidenten zum Abschuss freizugeben!

Vor allem, da vorher schon in einem Interview mit der "Zeit" folgendes zu lesen war:

Die Versündigung an der jungen Generation muss ein Ende haben. Wir brauchen stattdessen ein Bündnis mit der jungen Generation. Ich verstehe die Empörung vieler Menschen: Es sind ihre Zukunftschancen, die hier auf dem Spiel stehen.
Politik muss ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Sie muss sich davon lösen, hektisch auf jeden Kursrutsch an der Börse zu reagieren. Sie darf sich nicht abhängig fühlen und sich am Nasenring durch die Manege führen lassen von Banken, von Rating Agenturen und von sprunghaften Medien.

Achdumeinegüte!
Er hat "Jehova" gesagt!
Und fährt fort:

Sowohl beim Euro, als auch bei Fragen der Energiewende wird das Parlament nicht als Herz der Demokratie gestärkt und empfunden.

Was sich darin äußere,

...das heute zu viel in kleinen "Entscheider-Runden" vorgegeben wird, was dann von den Parlamenten abgesegnet werden soll.
[...]
Darin sehe ich eine Aushöhlung des Parlamentarismus.

...und

...damit schwindet die Grundlage für Vertrauen, fehlt die Transparenz und Teilhabe für Bürger und Parlamentarier. Ich erlebe, das Politikverdrossenheit heute eine Ausweitung erfährt: Nicht nur von Bürgern gegenüber Politikern. Inzwischen sind Politikerinnen und Politiker verdrossen, verdrossen über ihre eigene Tätigkeit und ihre Rolle, die ihnen noch zukommt, verdrossen über ihren schwindenden Einfluss.
(Abschriften aus einer mir vorliegenden Ausgabe o.g. Tageszeitung)

Wer sich obenstehendes mal genau durchliest und die offen und unverholen vorgetragene Kritik an der derzeitig herrschenden Politik im Lande versteht - dem wird ganz schnell klar, warum um mehrere Jahre alte Vorgänge nunmehr eine solch widerwärtige und menschenverachtende Hetzjagd veranstaltet wird, von Freunden und Kollegen Wulffs nun nicht mehr zurückgehaltende auflagengeile Medien das höchste Amt im Staate buchstäblich zerfleischen, auf ekelhafteste Art und Weise quer durch alle Parteien unterstützt.

Die Hunde jagen den Wulff, von den Jägern angetrieben.
Werden sie ihn stellen und erlegen?
Oder stellen sich die Anwohner des Jagdreviers den Jägern entgegen und rufen:

"Stopp! Schluss mit diesem Unsinn!"

Christian Wulff ist ein Hallodri gewesen - und zweifelsohne hat er dem Amt des Präsidenten geschadet.
Doch was hier und jetzt vor sich geht, verursacht viel größeren Schaden.

Mal so gesehen...

© Michael Pils



Montag, 23. Januar 2012

Aufruf zum Boykott

Anknüpfend an Emmas unten zu lesenden Aufruf zum bewussten Umgang mit Medien, möchte ich weitergehend kurz darauf hinweisen, wie sehr sich der Ordnungshüter "Bild-Zeitung" um das verfassungsmäßige Recht auf eine unangetastete Privatsphäre seiner Nichtleser schert.

Nämlich gar nicht.

Am 24.06. diesen Jahres feiert die "Bild" Geburtstag.
Und alle sollen mitfeiern.

Nein...

Alle müssen mitfeiern!
Zu diesem Zwecke legt die Bild am 23.06. d. J. eine kostenlose Sonderausgabe auf und verteilt sie, ebenfalls kostenlos, an alle 41 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland. Dies wird derzeit den Anzeigekunden vollmundig angekündigt, wobei gehobener Wert auf die Tatsache gelegt wird, dass man nun endlich auch die "Werbeverweigerer" - also die Personen, die ihren Briefkasten nicht mit unerwünschten Inhalten füllen lassen wollen - erreichen wolle.
Schließlich ist die "Bild" ja überwiegend redaktionell geprägt, und kein Werbeflyer - sagt man.

Hier ist die offiziele Mitteilung an die Werbekunden im sogenannten "Mediapiloten" im Original zu sehen.

Ich möchte das nicht!

Wie hier unter dem Slogan "Bild soll nicht an mir verdienen" (eine ganzseitige Werbeanzeige bringt immerhin Einnahmen von 4 Millionen Euro) zu lesen ist, gibt es einen Weg, sich von der Zustellung ausnehmen zu lassen - und bei trotzdem erfolgter Zustellung entsprechend juristisch gegen die "Bild" vorzugehen.
Das verlinkte Musterschreiben des Anwaltes Andreas Schwartmann kann inhaltlich als Vorlage für ein entsprechendes, eigenes Anschreiben dienen.

Manchmal ist es unbequem, aus der Lethargie auszubrechen, sich auf die Hinterbeine zu stellen und anzufangen, sich - wenn auch erstmal im Kleinen - zu wehren. Und sei es (erstmal) nur gegen die unglaublich kaltschnäutzige Ignoranz eines Medienkonzerns, der von der weichgespülten "mir doch egal"-Haltung des Volkes wirtschaftlich profitieren will.

Aber es lohnt sich, Demokratie nicht nur zu sagen - sondern zu leben!

...mal so gesehen

© Dandy Highwayman 

Du willst Veränderung, dann fange bei dir an.



Wir laufen durch die Straßen und wundern uns, warum redet kaum ein Mensch in der Öffentlichkeit über die eigentlichen Problematiken in dieser Gesellschaft. Auch ich halte mich immer etwas bedeckt oder rede in Rätseln, da ich weiß wer sich damit beschäftigt, versteht mich auch so und geht darauf ein. Dennoch empfinde ich es als traurig, das diverse Themen aus der Angst heraus nicht von Mensch zu Mensch besprochen werden, außer sie sind gerade die Titelschlagzeile einer großen deutschen Tageszeitung, welche versucht alles als eine Schlagzeile und als Untergang des Menschen zu verkaufen, nur damit sie Marktführer bleiben und die Zahlen stimmen. Um mehr geht es nicht. Es geht nicht um den Menschen und die Geschichte dahinter. Sie werben damit „Bild dir eine Meinung“.
Natürlich, dem stimme ich voll  und ganz zu, solange ich auch andere Seiten durchleuchten und durchblicken darf und sie nicht abhängig gemacht werden soll.

Wir leben in einer Zeit des Fortschritts, auch wenn ich ihn als Fluch und Segen zugleich empfinde. Dennoch wird ganz deutlich, dass wir bei all den medialen Möglichkeiten die sich uns bieten, sich eines ganz deutlich herauskristallisiert. Das Internet stellt sich offener und kommunikativer da. Und oft stellt man sich die Frage, warum reden die Leute hier offener als sie es außerhalb des virtuellen Daseins tun? Obwohl, tun sie es wirklich oder sind sie einfach nur Mitläufer eines Systems, in welches wir alle hingedrängt und weiter konditioniert werden sollen.
Jeder Artikel der einschlägigen Presse wird weiter geleitet und auch einige andere Seiten werden angepriesen, weil wieder ein Prominenter oder ein Politiker durch den Dreck gezogen wird. Die Pinnwände bei Facebook sind übervoll und alle scheinen interessiert, aber kaum ein Mensch tut seine eigene Meinung kund. Sollte dies doch einmal so sein, dann wird sich in einem kurzen Tweet einfach nur verbal ausgekotzt. Am Ende spiegelt dies aber nur das Bild wieder, welches die großen Medien haben wollen. Alles was in großen Tagesblättern, in den großen Medien gestreut wird, wird geglaubt. Vor allem, weil es sich auf jeder Seite wiederholt oder in eine noch schlimmere Demütigung, auf die betreffenden Personen hinausläuft.
Nur die wenigsten, schreiben selber ihre Gedanken und Meinungen dazu auf, veröffentlichen dies, und am Ende muss ich feststellen, das es auch genau diese wenigen Menschen sind, die nicht die Schutzwand Internet benötigen, um dies offen auszusprechen. Sie tun es auch außerhalb. Sie stehen ihren Mann oder ihre Frau und sagen offen was sie denken. Davor ziehe ich meinen Hut, denn das sind die Menschen, die etwas bewegen können. Sie haben sich ihre Meinung gebildet und tun diese kund, egal ob auf der Straße, im Internet oder im Fernsehen. Es gibt sie also wirklich noch und ich hoffe, es finden sich im laufe der Zeit immer mehr, die ihre Angst vor und in dieser Gesellschaft fallen lassen und sagen was sie denken. Umso mehr, schaut euch vorher alle Seiten an, damit das Bild welches dann entsteht nicht weiterhin so einseitig ist.

Wobei ich auch verstehen kann, dass viele Menschen Angst haben, da selbst das Internet ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden ist. Facebook und Twitter sind ihre Wohnzimmer und nur darin können sie kommunizieren. Traurig, wenn man bedenkt wie weit man sich in diese Kontrollen und Abhängigkeiten begibt, denn das wahre Leben findet nicht darin statt. Die wirklich bewegenden Begegnungen finden nur persönlich im Angesicht eines Gegenübers statt.
Dessen sind sich, in dieser ganzen Problematik, einige Bewusst und sagen was sie denken, weil sie wissen, es ist ein kommunikativer Zeitvertreib und da wir eigentlich in einer demokratischen Republik leben und im Grundgesetz so gar die Freiheit auf Meinungsäußerung gestattet ist, tun sie all diese eben Kund. Sie haben nichts zu verlieren. Oder doch?
So ist es in meinen Augen nur sehr schwer zu ertragen, wie mit politischen Fragen, die eigentlich keine sind, umgegangen wird. Genau diese die über Wochen, bald Monate durch den Dreck gezogen werden und in den Diskussionen und Debatten die ich nur für eine Schlammschlacht halte, es kaum noch den Überblick zu behalten und den Ursprung zu erkennen. Ebenso wie es bei dieser Sintflut sehr schwer ist neutral sich eine eigene Meinung zu bilden. Hape Kerkeling hat seiner Unerträglichkeit Luft gemacht und hat mit seiner Meinung Stellung bezogen.

Hier ein kleiner Auszug:


Den ganzen Post kann man auch hier noch einmal nachlesen, da er öffentlich ist und auch als Nicht Mitglied dieses Sozialen Netzwerkes (Noch) einsehbar.

Das ganze spielte sich auf seinem privaten Profil ab und natürlich waren die Reaktionen darauf sehr groß. Viele fragten sich auch, sind diese Worte wirklich von diesem H.K. oder befindet sich dahinter ein Fake. Das einzigste, was man nun bei Facebook nicht mehr findet ist die Privatperson H.K.. Doch seit Freitag weiß ganz Deutschland, zumindest wissen alle die am Freitag Abend Fernsehen geschaut haben, was wirklich geschehen ist.
Das all diese Worte von ihm waren und der Gipfel der Meinungsfreiheit in diesem Land soweit ist, das man nicht nur diesen Beitrag zensiert hat, sondern ganz und gar sein Profil gesperrt hat.
Falls jemand diese Sendung und diesen Beitrag noch nicht gesehen, hat hier kann man es nachsehen.


Ganz ehrlich das lässt mich aufhorchen und hinterfragen und das solltet ihr auch. Ihr solltet jetzt nicht Angst bekommen und Euch zurückhalten, wenn ihr eine wahrhaftige Meinung habt.
Macht Euch ein großes Bild über die Dinge, wie zum Beispiel wer wirklich Macht hat und wer nur eine Marionette ist und sein Haupt dem Henker hinhalten muss.
Nicht nur das was wir in der Überflut lesen entspricht dem, was wirklich ist. Denn das ist ein wunderbares Beispiel davon, was wirklich ist und was nicht.
Schaut genau hin, beobachtet und springt nicht immer auf jeden Zug auf der initiiert wird. Beobachtet das ganze System mal ganz genau und ihr werdet dann eigentlich wissen was zu tun ist.
Jeder kann etwas verändern, er muss nur bei sich selber anfangen.
Ihr wollt Veränderungen, dann fangt einfach bei Euch und dem Umgang mit allen Medien an.

© by Emma Wolff (23.1.2012)

Montag, 12. Dezember 2011

Fabian, oder: Gib mir die Welt - plus 5 Prozent

Der geneigte Leser mag sich jetzt einmal ein Stündchen Zeit nehmen, um sich dieses Video - von dem ich denke, dass es verbreitet gehört - anzusehen. Übrigens durchaus auch für Kinder geeignet.



... Denkt mal drüber nach, und:

Stellt Fragen, verlangt Antworten!

Mal so gesehen...

Sonntag, 27. November 2011

Castor! Mach Sitz! Verdammt!

Oft ist es ja so.
Wenn bei Castor, Pollux, Waldi oder Schnuffi die Erziehung versagt und das verwünschte Vieh sich den Kommandos einfach nicht fügen will, resigniert der Mensch und findet sich mit den schlechten Manieren seines Köters einfach ab.

Nicht so die Menschen im niedersächsischen Wendland - und viele, viele andere, die mit der Politik in diesem Land nicht mehr länger einverstanden sind. Die geben einfach nicht auf, dem randalierendem Biest - in diesem Fall verkörpert durch einen Zug mit Hundenamen und elf Behältern voller höchstradioaktivem Abfall - Einhalt gebieten zu wollen.

Herrje, wie uneinsichtig!
Seit 30 (!) Jahren wird um Gorleben gestritten.
12 Castor-Transporte sind bisher am Ziel im Zwischenlager eingetroffen.
Das müssen die Leute doch merken, dass ihr Protest nichts nützt.

Tun sie aber nicht...

Im Gegenteil:
Jedes Jahr werden die Proteste stärker, Jahr um Jahr stehen mehr Menschen an und auf den Schienen, um sich den hochgefährlichen Transporten und der Staatsgewalt, die gezwungen ist selbige durch die Massen zu prügeln, zu widersetzen. Immer mehr Menschen gehen das Risiko ein, verletzt zu werden, in Gefangenschaft zu kommen und zu Bußgeldern verdonnert zu werden.

Warum?
Und warum war ich dort?

Mir fällt schwer, zu beschreiben was ich in den letzten zwei Tagen erlebt und zu Gesicht bekommen habe.

Ich erinnere mich an die Gespräche mit anderen Demonstranten und  Polizisten am Freitag Abend, auf dem Weg zum - und während der Versammlung am - Lüneburger Bahnhof.
Junge Leute, für die der Wahnsinn rund um die verstrahlten Transporte nur ein Teil des Puzzles ist, die einfach nur die Nase voll davon haben, wie mit ihnen umgesprungen wird.
Eltern, die Angst um das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder in einer vergifteten Umwelt haben.
Rentner, die sich eingestehen, dass die Fehler bereits in ihrer eigenen Jugend gemacht wurden und endlich das tun, was sie schon damals hätten unternehmen sollen.
Journalisten auf der Suche nach Anzeichen für Gewaltbereitschaft, denn friedliche Proteste will niemand sehen.
Polizisten, die hier nicht sein wollen und sich zunehmend nicht auf freundliche Gespräche mit Demonstrierenden einlassen dürfen, weil ihre Vorgesetzten ihnen impliziert haben, von vorn herein unerbittlich Stärke zeigen zu müssen.

"Wegen euch und der eurer beschissenen Protestiererei schlag ich mir hier das Wochenende um die Ohren." sagt einer zu mir.
"Ja, geht mir genauso. Echt Mist." lächle ich zurück.
"Warum seid ihr dann hier, ihr könnt doch einfach gehen. Nützt doch eh nichts, der Castor kommt sowieso an, früher oder später."
"Weil er umso später ankommt, je länger wir hier sind."
"Das kostet doch nur Zeit und Geld. Steuergeld," sagt er, "ich halte ja auch nichts von der Endlagerei hier, aber so kostet es uns alle doch nur noch mehr."
"Richtig", erwidere ich, "und irgendwann hoffentlich so viel, dass es keiner mehr bezahlen kann. Spätestens dann wird man sich Gedanken um Alternativen machen. Billigere Alternativen. Was anderes als Geld zählt doch eh nicht."
Nachdenklich zieht er sich auf einen Kaffee zum Mannschaftswagen zurück...

Was so friedlich begann, hielt nicht lange vor.

Nach wenigen Stunden Schlaf, mittags auf dem Weg nach Harlingen versuchen Polizisten uns Demonstranten daran zu hindern, in die Nähe der Gleise zu kommen. Keine zehn Meter von mir entfernt fällt eine Frau zu Boden, ein Polizist geht auf sie zu und sprüht der Wehrlosen Pefferspray ins Gesicht.
Einfach so.
Zwei Männer, die direkt am Geschehen sind, halten den Polizisten fest und entwinden ihm die Pfeffersprayflasche - sofort stürmen drei Kollegen dem Überwältigten zur Hilfe, aufgehalten von einem in der Gruppe anwesenden Juristen und zwei Sanitätern die laut "Notwehr, Notwehr" rufen. Der Jurist weist sich als solcher aus und redet beschwörend auf die Polizisten ein bis die den Pfeffersprayer vom Geschehen entfernen, ich verbleibe mit vor Entsetzen offenstehendem Mund, bis ich von hinten weitergetrieben werde - auf die Gleise zu.
"Wir stellen auf Seiten der Demonstranten eine exessive Bereitschaft zur Gewalt fest."
So äußerte sich ein Sprecher der Polizei gegenüber den Medien später.
Ist das so?
Ich erinnere mich an Polizisten, die knüppelschwingend Menschengruppen eingekesselt haben.
Ich erinnere mich an den Geruch von Pfefferspray in der Luft, an das Brennen in den Augen, wenn der Strahl mich getroffen hat.
Ich erinnere mich an den Polizisten, der mich vom Gleis getragen hat: "Wenn's weh tut, schrei ruhig - hört hier eh keiner...".
Ich erinnere mich an Reiterstaffeln, die ungebremst in Menschengruppen geritten sind, die Leute quasi niedergallopiert haben.
Ich erinnere mich an Sanitäter, die daran gehindert wurden sich um verletzte Demonstranten zu kümmern.
Ich erinnere mich an Journalisten aus aller Welt, die an der Berichterstattung gehindert wurden, wegen "polizeilicher Maßnahmen".

Ich erinnere mich an die bitteren Worte des Polizisten an der Gefangenensammelstelle: "Wer hier unbedingt demonstrieren will, muss damit rechnen, verletzt zu werden. Wer rumheult und nach einem Anwalt schreit, wäre wohl besser zu Hause geblieben!"

Ist das die Methode, mit der meine Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung durch einen Beamten des Staates, dem ich angehöre, geschützt werden? Wenn du deine Rechte in Anspruch nimmst, musst du damit rechnen verletzt, verhöhnt, drangsaliert und eingesperrt zu werden?
Hatten wir das nicht schon mal irgendwann?
Oder zählen die Rechte (auf Profit) der Atomindustrie eben einfach mehr?
Scheint wohl so.

Nun gut, die zahlen ja auch mehr an Steuern als ich.
Vermutlich...

Tja, der Castor ist noch immer nicht in Dannenberg, während ich an diesem Text schreibe.
Immer noch leisten Bürger Widerstand, ketten sich an Gleise, besetzen den Bahndamm, nehmen in Kauf verprügelt und verletzt zu werden. Immer noch versuchen Polizisten der Lage Herr zu werden und setzen zur Abschreckung noch mehr Gewalt ein.
Dieser Transport - der 13. - ist jetzt schon länger unterwegs als jeder andere vorher, trotz verkündetem Atomausstieg und trotz angeblicher neuer Suche nach einem Endlager für den Strahlenmüll wird er heftiger und entschlossener als jeder andere vorher blockiert.
Und er wird teurer als jeder andere vorher werden.

Warum?

Weil, trotz Herrn Röttgens "weißer Karte" für die neue Suche nach einem Endlager für atomaren Müll im neuen Bundeshaushalt nur sieben Millionen Euro veranschlagt sind - für den Ausbau des erwiesenermaßen nicht als Endlager geeignetem Salzstock in Gorleben jedoch 73 Millionen.
Weil das illegal ist.
Weil die Menschen euch Politikern nicht mehr glauben.

Warum ich dort war?
Darum...

© Michael Pils






Dienstag, 22. November 2011

Kommunikationsprobleme und flüchtige Gedanken zu ebendiesen

Wie wollen wir von Politikern Einsicht erwarten wenn wir immer wieder davon reden, dass Menschen sterben wenn sie beschließen Krieg zu führen?

Menschen bedeuten Politikern nichts, der Begriff ist einfach zu allgemein gefasst - sie können sich darunter nichts vorstellen.

Einen "Aha - Effekt" wird es bewirken wenn wir Politikern sagen, dass Wähler sterben - in den Kriegen die von ihnen angezettelt werden.
Ein Wähler zählt, der ist wichtig.

Alles eine Frage der Wortwahl.

Mal so gesehen...

© Michael Pils

Samstag, 12. November 2011

The hardest Part...

Irgendwie will ja jeder was unternehmen, in letzter Zeit, um die Dinge zu ändern.

Nur was?

Wie so oft, gibt es dazu Ideen hier bei den Freizeitrevoluzzern.
Radikale Ideen, aber immerhin. Bequemere fallen mir leider nicht ein.

Was also kann man tun, um den modernen Sklavenhaltern in Politik und Wirtschaft ein Schnäppchen zu schlagen?

Schauen wir mal...

Du hast ein Girokonto bei einer Bank?
Prima.
Räum es leer!
Banken legen Dein Geld nicht in den Keller und bewahren es dort warm und dunkel auf - mit der Kohle wird gearbeitet. Dein Geld wird investiert, um den Gewinn der Bank zu mehren.
Somit wandert dein sauer verdientes in risikobehaftete Geschäfte mit Unternehmen und Staaten, in Waffengeschäfte und Kriegsfinanzierungen, in Immobilien- und Grundstückkäufe, und weiß der Teufel, was Banken sonst noch so treiben.
Räum dein Konto leer. Sobald deine monatlichen Zahlungen getätigt sind, hol all Dein Geld - den Rest der noch verblieben ist - zu dir nach Hause. Zinsen gibt es auf dem Girokonto eh nicht.

Du benutzt Payback Karten und andere Bonussysteme, zahlst mit deiner EC Karte und beantragst für 10% Rabatt beim Einkauf freimütig in jedem Eckladen eine Kundenkarte?
Lass es!
Zahle bar, wo es geht und verzichte auf Payback Punkte. Einen Rabatt bekommst Du auch ohne Karte. Du musst nur fragen.
Es ist natürlich Deine Sache, wenn du gerne ungefragt Werbepost bekommst oder Deinen Emaileingang bevorzugt mit Spam vollmüllen lässt - auf der anderen Seite jedoch unterstützt Du durch die Verwendung elektronischer Zahl- und Rabatt-, oder Bonussysteme einen gewaltigen Überwachungsapparat, mittels dessen jetzt schon die Möglichkeit besteht, Dich nicht nur auf Schritt und Tritt zu beobachten, sondern auch Dein Konsumverhalten, Deine Zahlungsmoral, Deine bevorzugten Einkaufsorte - und was Du dort kaufst - und zudem noch Deine jeweiligen Aufenthaltsorte und die Zeit Deines Aufenthaltes genauestens nachzuvollziehen.
Und das in Zeiten, wo Polizisten ihre Namensschilder überkleben und Politiker ihre Nebeneinkommen nicht öffentlich machen wollen.

Du nutzt einen Internetzugang, der auf Deinen Namen läuft?
Verwische Deine Spuren!
Vielleicht ahnst Du nicht, was Du alles beim Besuch einer Webseite hinterlässt.
Es reicht, um Dich im Zweifel bis an Deine Haustür zu verfolgen. Du bist nicht anonym im Netz, und jeder, der Dir das weismachen will, ist ein Lügner. Natürlich hast Du nichts zu verbergen, als anständiger Bürger. Aber das heißt ja noch nicht, dass Du deswegen bei allem, was Du tust, Zuschauer zulässt.
Dann kannst Du Dich auch nackt ans Fenster stellen...
Nutze einen Proxy. Damit läuft die Verfolgung Deiner Identität im Netz ins Leere.
Wenn Du nicht weißt, wie - frag.
Im Zweifel mich.

Du arbeitest für eine Behörde, oder fürs Militär?
Kündige!
Räum Deine Scheißegalhaltung beiseite und werde Dir bewusst, was Du tust, wenn Du das System durch Deine Arbeitskraft unterstützt. Da Du ja selber weißt, was bei deinem Arbeitgeber so abgeht, hast Du die besten Gründe für eine Kündigung in der Hand.
Bist Du Soldat, verweigere den Wehrdienst.
Das geht, auch wenn Du schon eine Weile dabei bist. Argumentiere damit, dass Du es nicht mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst, als Diener fremder Herren (als Soldat kämpfst du nicht für Dein Volk - das will nämlich keinen Krieg - sondern für Rüstungsunternehmen, Ölkonzerne und Geheimdienste) in nicht erklärte - und somit gegen jegliches Völkerrecht verstoßende - Kriege zu ziehen.
Als nächstes ist übrigens der Iran dran.
Wenn Du da in der Wüste liegst und krepierst, frag dich mal, woher ich das jetzt schon wusste - und ob da nicht doch was dran war, was ich hier schrieb.

Du sitzt in deiner Freizeit oft vor der Glotze und lässt Dich gezwungener Maßen vom dort vorherrschendem Programm verdummen?
Schalt den Fernseher aus!
Verbringe Deine Zeit mit Sport, Deiner Familie und Freunden, oder beteilige Dich an sozialen Projekten auf freiwilliger Basis.
Wer da so gar keine Vorstellung hat, was man machen könnte ist herzlich willkommen in der Freiwilligenagentur seiner Heimatstadt.

In diesem Sinne kannst Du dann auch gleich den Computer ausschalten und ein bisschen an die frische Luft gehen. Oder sonstwo hin. Mich geht das ja nichts an...

Mal so gesehen...
©  Michael Pils


Ein Hinweis für die Besucher, die sich über den Rechner des Bundesamtes für Internetsicherheit regelmäßig hier aufschalten:

Dieser Beitrag ist im Sinne der geplanten Änderung des Begleittextes zum Gesetz zur Bekämpfung von Terrorismus (TBEG), in der zukünftig auch friedliche Protestformen als Aufstachelung erfasst und somit in die Verbindung zum Terrorismus gerückt wird, als Aufstachelung im Sinne des erwähnten Gesetzestextes zu verstehen und bringt den Autor somit in Verbindung zum Terrorismus, bzw. der Unterstützung dessen.